Titelbild: Die Eingangstür zur Bücherkabine

 

 

 

«Bring ein Buch, nimm ein Buch» das ist das Prinzip der Bücherschränke, die sich immer grösserer Beliebtheit erfreuen. Tauschen statt wegwerfen, nachhaltiges lesen, könnte man sagen, da ein Buch nicht nur von einer Person gelesen wird. In Basel gibt es bereits einige grössere und viele kleine Tauschorte für Bücher. Die erste zum Bücherschrank umgebaute Telefonkabine steht im Steinbühlmätteli und erfreut sich seit bald 3 Jahren grosser Beliebtheit. Die Idee Telefonkabinen in Bücherschränke umzubauen kam ursprünglich aus England und wird heute in vielen Städten angewandt. Telefonkabinen stehen an gut frequentierten Stellen und da heute fast alle Leute ein Telefon bei sich haben, werden diese Kabinen nicht mehr gebraucht. Die Stadtentwicklung Basel hat zusammen mit den Quartiervereinen einige dieser zum Abbau bestimmten Telefonkabinen auserkoren, um sie zu Bücher-Tausch-Schränken umzugestalten.

Madeleine Grolimund und Johanna Gloor-Bär vom «Projekt Bücherkabine am Bundesplatz» unterhalten sich mit Nicole Fretz von der Stadtentwicklung

Am 20.6.2019 wurde eine weitere dieser umgebauten Telefonkabinen eröffnet. Bei einem kleinen Apéro erläuterten Madeleine Grolimund und Johanna Gloor-Bär vom «Projekt Bücherkabine am Bundesplatz» des Neutralen Quartierverein Bachletten Holbein NQVB-H, wie es zu dieser Bücherkabine in der Telefonkabine am Bundesplatz kam. Sie erzählten, was es mit dem Kunstwerk aussen auf der runden Kabine auf sich hat. Sie erklärten woher die Tür kommt, die jetzt wieder angebracht ist. Sie bedankten sich bei den Sponsoren (sie sind auch in der Kabine auf einem kleinen Plakat erwähnt) und auch beim Schreiner Renato Hiltmann, der (wie schon bei der Kabine im Steinbühlmätteli) für wenig Geld den Innenausbau der Kabine mit sehr eleganten, runden Tablaren ausgebaut hat. Auch der Swisscom, der Stadtentwicklung und den Helferinnen und Helfern, bei diesem Projekt sprachen die beiden Damen in ihrer launigen Rede den Dank aus

Nochmals die drei Damen

Nicole Fretz von der Fachstelle Stadtentwicklung berichtete in ihrer Ansprache darüber, dass die Stadtentwicklung den NQVs bei der Verwirklichung hilft. Sie haben die Verhandlungen mit der Swisscom und der Allmendverwaltung geführt und begleiten die NQVs. Weitere Bücher-Telefon-Kabinen entstehen auf dem Bruderholz – auf dem Hummel, im Gellert am St. Alban Rheinweg und am Karl Barth-Platz und beim Helvetiaplatz. Frau Fretz hat, wie bei der Einladung vom NQVB-H gewünscht ein Buch zum Einstellen in die Kabine mitgebracht und erklärt was ihr an dem Buch gefallen hat. Das Buch hat sie übrigens aus dem Bücherschrank beim Voltaplatz mitgebracht.

 

Ein Bild aus der Einladung

 

 

 

Ab sofort steht der Bücherschrank allen Menschen offen, die gerne Bücher bringen, holen oder tauschen möchten.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Die Stadtverwaltung stellt sich hier als selbstlos dar. Dabei sind diese alten Telefonkabinen eine grosse Einnahme-Quelle. Sie stehen an stark frequentierten Stellen und sind gute Werbeflächen.
    Ich gehe davon aus, dass bei der neuen Bücherzelle dafür rund 10.000 Franken jährlich eingenommen werden.
    Wäre die alte Telefonzelle nicht umfunktioniert worden, hätte sie abgerissen werden müssen. An der Stelle hätte man keine Baugenehmigung für eine Plakatwand erhalten.
    So zahlt der Quartierverein und Sonsoren den Ausbau und den späteren Unterhalt, und die Stadt kassiert ein Vielfaches davon für die Werbeflächen dieser Säule des Herrn Litfass und stellt sich als Wohltäter dar. Gerecht wäre es, dem Quartierverein, der die Nutzung ermöglicht und für den Unterhalt aufkommt, die Einkünfte aus der Vermarktung der Werbeflächen zu überlassen.

    .

    Hier die Antwort der „Stadtteilentwicklung“ (eingefügt von der Redaktion):
    „Wie in der Eröffnungsrede erwähnt, werden in Basel fünf Litfasssäulen (die immer auch schon als Werbeflächen dienten) nicht abgerissen. Teils werden die Litfasssäulen umgenutzt, teils zu reinen Werbezwecken stehengelassen. Alle Litfasssäulen sind im Besitz der Stadt Basel. Beim Bundesplatz stellte die Stadt den Innenraum der Litfasssäule dem NQV B-H für eine Umnutzung zur Verfügung. Es gibt eine Vereinbarung zwischen dem Quartierverein und der Allmendverwaltung, der die Nutzung regelt. Darin steht u.a. geschrieben, dass der Verein den Innenraum der Kabine unentgeltlich nutzen kann und der Kanton die Kosten für einen Rückbau übernimmt. Die Werbeflächen sind in dieser Nutzungsvereinbarung nicht enthalten. Laut Plakatverordnung steht das Recht zum Aushang von Plakaten lediglich der öffentlichen Verwaltung zu. Sie kann das Recht via Konzessionen an Dritte weitergegeben. Die letzte Konzession für die Litfasssäule am Bundesplatz wurde 2018 (in einem öffentlichen Verfahren) an die APG vergeben. Die Einnahmen gehen an den Staat. Innen- und Aussennutzung der Kabine sind somit zwei getrennte Geschäfte.
    Die drei alten Telefonkabinen, die im Besitz der Kantons- und Stadtentwicklung sind und die ebenfalls zu Bücherkabinen umgenutzt werden, weisen im Gegensatz zu den Litfasssäulen keine Werbeflächen auf. Hier steht es den Quartiervereinen zu zum Beispiel eigene Flyer oder Quartierplakate anzubringen.“

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