Titelbild: Das Logo des Vereins

Am 7. Mai 2019 fand an einer sehr sinnigen Stelle im Stadthaus Basel, genauer gesagt im Sitzungszimmer des Bürgergemeinderats die Generalversammlung des «Verein BASLER.STADT.GESCHICHTE» statt. Nach einem Willkommensgruss von Fabienne Beyerle, der Präsidentin des Bürgerrats wickelte Dr. Robert Labhardt, der Präsident des «Verein BASLER.STADT.GESCHICHTE» die Versammlung schnell, mit launigen Zwischenbemerkungen und effizient ab. Danach stellten die Mitglieder des Projektteams sich und ihre Arbeiten vor. Dieser interessante Programmpunkt brachte die grosse Anzahl von Historikerinnen und Historiker und Archäologinnen und Archäologen näher zusammen. Mehr noch, einige lernten sich, wie am anschliessenden Apéro klar wurde, erst hier kennen. Nachdem die Projektleiterin Lina Gaffner, die neue Webseite vorgestellt und über den Stand des Projektes aufgeklärt hatte, wurde der grosszügige Apéro kredenzt. An diesem Apéro wurden neue Bekanntschaften geknüpft und alte Freundschaften gepflegt. Es war eine Zusammenkunft von vielen, wirklich an der Geschichte Basels interessierten Menschen.

Von der Webseite des Vereins: „19.8.2014 Boje markiert den Theaterplatz – ein Ort für Lust, Lachen, Beten, Heulen, Kunst, Kultur – vom Mittelalter bis heute:Foto: Peschken/Pisarsky (Urban Art)“

 

Im Anschluss an diese Generalversammlung konnte ich folgendes Interview mit Dr. Robert Labhardt [RL] führen.

PK: Mit welchem Zweck wurde dieser Verein gegründet?
RL: 2011 entstand der Verein als zivilgesellschaftliche Antwort auf die ablehnende Reaktion der Regierung auf parlamentarische Vorstösse für eine neue Stadtgeschichte. Der Verein hatte den Zweck die Realisierung einer neuen Stadtgeschichte zu fördern und erreichte mit seinem 2015 eingereichten Konzept die Zustimmung von Regierung und Grossem Rat. Heute geht es um ¨Vermittlung“ und Öffentlichkeitsarbeit für die neue Stadtgeschichte

PK: Wie gross ist der Verein (wie viele private und wie viele institutionelle) und wächst die Mitgliederzahl?
RL: Der Verein umfasst derzeit 240 Mitglieder, darunter 8 Institutionen und wächst –gegenwärtig eher langsam, weil Mitgliederwerbung bisher nicht aktiv betrieben worden ist

PK: Was hat ein Mitglied davon, dass es im Verein ist?
RL: Jedes Vereinsmitglied unterstützt mit seinem Beitrag, seinem Interesse und seiner Kompetenz die Entstehung eines Jahrhundertprojekts! Es bekommt Einblick in die Arbeit des Forschungsteams, erhält Angebote zu stadthistorischen Veranstaltungen und kann angeregte Kontakte mit Geschichtsinteressierten pflegen sowie seine eigenen historischen und Vermittlungs-kompetenzen einbringen.

PK: Wie genau soll die «Geschichte» aussehen, im Druck und Online?

RL: In acht Bänden wird eine chronologische Darstellung der Basler Stadtgeschichte aus neuen Gesichtswinkeln und mit Einbettung in grössere Zusammenhänge erarbeitet, in einem weiteren Band wird die Geschichte des Stadtraums und der Stadtgestalt behandelt und ein letzter Band bietet eine attraktive Überblicksdarstellung für ein breiteres Publikum.
Online ist unter http://www.baslergeschichte.ch eine ebenso attraktive Webseite mit vielen Geschichten. Spots und Infos aufgeschaltet, die zum Stöbern einlädt und sich permanent erweitert.

PK: Was passiert nach Abschluss (auf wann ist der geplant) des Projektes? Soll es eine Online-Fortsetzung oder Diskussion nach «Abschluss» geben?
RL: Das ist angedacht, aber weder personell noch finanziell jetzt schon garantiert.

PK: Ende Sommer 2014 ist der Verein mit der «Wanderboje» gestartet. Was für andere Aktivitäten gab es seither und welche sind geplant.
RL: Öffentlich ist heute die neue gemeinsame Webseite von Projekt und Verein: www.stadtgeschichtebasel.ch.
Parallel zur Projektentwicklung entsteht auch ein Konzept zur Öffentlichkeitsarbeit. Es wird von Vereinsmitgliedern am Juni 2019 in Workshops entwickelt.

PK: An der GV haben sich die Herausgeber und Autoren der einzelnen Bände vorgestellt. Welchen Einfluss hat der Verein auf die Personenwahl und Themen zu den Bänden.
RL: Keinen. Das Projekt ist eine selbständige Stiftung unter Aufsicht eines öffentlich repräsentativen Stiftungsrats, der das Herausgebergremium gewählt hat. Der Vereinsvorstand ist darin prominent vertreten und der Verein hat die regelmässige Gelegenheit zu kritischen Rückmeldungen an die Projektleitung.

PK: Der Verein hat die Pro-Seite zum Gemeinsamen Neubau des Naturhistorischen Museums und des Saatsarchivs mit einem Inserat unterstützt. War das eine Ausnahme oder will sich der Verein auch anderweitig politisch betätigen?
RL: Der Verein engagierte sich hier für ein zentrales geschichtspolitisches Anliegen. Anderweitige politische Anliegen gehören nicht zu seinem Tätigkeitsfeld.

Vielen Dank für die Beantwortung

Link zum Beitrittsformular: http://www.baslergeschichte.ch/traegerschaft/beitritt/

Das Anmeldeformular von der Webseite
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  1. Stadtschreiber Philip Karger ist es zu verdanken, dass er auf den Verein hinweist, der die Neue Basler Stadtgeschichte unterstützt und begleitet. Das Interview mit R. Labhardt zeigt, in welche Richtung geforscht und geschrieben wird, damit Basel eine neue Geschichte erhält. Neugier und Entdeckungsfreude sind bei den geplanten Bänden von vorneherein eingeplant: Es wird ein anderes Bild von Basel entstehen!

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