In einer simplen Medienmitteilung kündet die Stv. Leiterin der Allmendverwaltung des Tiefbauamtes (Bau und Verkehrsdepartement BVD) an, das man eine Person oder Organisation sucht, die „ab Frühjahr 2019 sechs Food-Trucks an diversen Standorten in Basel betreibt“. „Mit einem abwechslungsreichen Essens-Angebot sollen die Food Trucks ein attraktives Stadterlebnis ermöglichen und zum Verweilen im Freien einladen“. Die Standorte sind: der Allschwilerplatz, bei der Ciba (Ecke Mauerstrasse/Gärtnerstrasse), an der Hebelschanze, beim Im Triangel (Erlenmattquartier), beim Novartis-Campus (Fabrikstrasse) und auf dem Voltaplatz. Dort sollen Food Trucks die bestehende Gastronomie ergänzen. Am Allschwilerplatz mitten im Wohnquartier, betreibt die Robbie Spielaktion neu einen Kiosk mit diversen Angeboten, in der nahen Umgebung hat es Bäckereien und Restaurants. Rund um den Standort Mauerstrasse hat es zwei Restaurants und das Personalrestaurant der Novartis in etwas weiterer Umgebung kommen noch mehr Wirtschaften dazu. Die Hebelschanze ist als Ort auf den Basler Karten nicht mal verzeichnet. Sie ist aber in der direkten Peripherie der Innenstadt wo es sicher genug Essensangebote gibt. ‚Im Triangel‘ ist in einem Quartier, das mit all seinen neuen Bauten im Entstehen ist und ob da ein Foodtruck nötig ist lässt sich nicht sagen. Wer bitte soll in unmittelbarer Nähe vom Novartis-Campus und dem Bell-Restaurant den Umsatz für einen Foodtruck liefern? Will man die internen Restaurants vom Campus konkurrieren? Und am Voltaplatz hat es ein sehr abwechslungsreiches Foodangebot.

Zeichnung P.Karger

Foodtrucks sind in einer lebendigen Beizen-Szene durchaus eine Bereicherung, nur ist ein Truck per Definition eine mobile Einrichtung und es mutet schon seltsam an, dass ausgerechnet der Kanton, der diese Gastronomieform jetzt schon massiv fördert, auch noch feste Standorte anbietet. Der Präsident des Basler Wirteverbands,Maurus Ebneter, schreibt: “ Der Kanton Basel-Stadt gibt hier immer mehr seine neutrale Rolle auf und verzerrt damit den Wettbewerb.“ Bei Foodtrucks fallen viele Auflagen für den Betrieb eines Restaurants weg, zum Beispiel muss ein Foodtruck-Betreiber keine Toilette anbieten. Auch bei der Hygiene gibt es grosse Abstriche, es muss zum Beispiel kein fliessendes Wasser zum Abwasch vorhanden sein usw. Maurus Ebneter schreibt weiter: “ Damit wir uns richtig verstehen: Wir sind nicht gegen die genannten Betriebstypen eingestellt, sondern einzig gegen den staatlichen Aktionismus in diesem Bereich und gegen Ungleichbehandlungen der konventionellen Gastronomie.“ Ob sich eine Organisation findet, die gleich sechs Foodtrucks betreiben will, und dies erst noch mit unterschiedlichen Angeboten, ist eine Frage. Die andere ist; wer soll denn den Umsatz bei diesen Foodtrucks bringen? Eigentlich alle Standorte sind da, wo vor allem wo gewohnt wird oder gearbeitet. Da essen die Mensch doch lieber zu Hause oder gehen in eine gemütliche Beiz um das zu Sitzen und das Essen zu geniessen. Ich bin gespannt darauf, wie lange es dauert, bis die Organisation der sechs Trucks beim Kanton eine Subvention für den Betrieb beantragt, weil sich das Ganze nicht rechnet. Dass die Subvention gewährt werden wird, ist eigentlich jetzt schon klar.

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