Titelbild: Eingang zum Vogelhaus des Zolli (c) P. Karger

 

 

Es tut sich immer etwas im Zolli. An der Medienorientierung vom 10.7.2019 konnten gleich zwei Neuerungen in der Afrika-Anlage vorgestellt werden. Es gibt ein neues Straussenpaar. Der zwei jährige Hahn Mahali hat bereits nach kurzer Zeit ein Nest gegraben und vier jährige Henne Aruba legt seither regelmässig ein Ei in das Nest. Da die Straussenküken auf der Anlage durch die neugierigen Zebras gefährdet sind – junge Strausse legen sich auf den Boden wenn Gefahr droht und die Zebras würden aus Neugier die Küken mit den Hufen ankicken – sollen die Eier erst im Herbst ausgebrütet werden. Dann können die Küken im Stall grossgezogen werden. Bis dahin legt die Henne immer wieder ein Ei ins Nest und die Pfleger nehmen es wieder raus, so geht Familienplanung bei den Straussen. Da die fünf jährige Henne Onisha sich nur auf der Anlage mit den zwei neuen Tieren verträgt muss sie im Stall von den anderen getrennt werden. Das hat dazu geführt, dass der Zolli sie mit einer anderen Henne aus der Straussenfarm am Sempachersee austauschen wird.

Das neue Straussenpaar auf dem Weg zum Ei (c) P. Karger

 

 

Am 15. Juni ist das Zebra-Stutenfohlen Quagga auf die Welt gekommen. Die Geburt fand aussergewöhnlicherweise bereits am frühen Abend statt, so konnte der Kurator Adrian Baumeyer die Geburt beobachten und erzählte wie beindruckt er über die schnelle Geburt ist und wie das Fohlen erstaunlich schnell auf den Beinen ist. Den hinteren Teil des Körpers noch im Geburtskanal versuchen manche Zebrafohlen bereits mit den Vorderbeinen auszustehen. Nach 30 Minuten stehen sie sicher und nach einer Stunde rennen sie bereits schneller als die Erwachsenen Tiere. Das hat den Vorteil, dass die jüngsten und verletzlichsten Tiere bei der Flucht vor der Herde laufen und so geschützt sind. Die jungen Tiere haben braune Streifen, die erst mit der Zeit schwarz werden. Man vermutet, dass dies es der Herde einfacher macht sie zu erkennen. Apropos Streifen, Diese haben die Zebras nach der neusten Wissenschaft, um die Zeze-Fliege abzuwehren, zur Erkennung dienen die Streifen nicht, so Herr Baumeyer. In Versuchen hat man die Streifen übermalt und die Tiere haben sich trotzdem erkannt.

Einmal Quagga alleine und einmal mit seiner Mutter Jua (c) beide Bilder, Zoo Basel


 

 

 

 

 

 

 

 

Im Vogelhaus wimmelt es von Jungen Tieren und es piepst und singt den ganzen Tag. Wer es schafft am frühen Morgen im altehrwürdigen Haus – 1927 eröffnet – zu sein, erlebt grossartige Konzerte, so die Kuratorin Friederike von Houwald. Wer aufmerksam durch die Halle geht entdeckt überall, teilweise gut getarntes Vogelvieh. So haben die Strausswachteln Nachwuchs und sind gerade dabei den Jungen Tieren das aufpicken von Essbarem zu lernen. Dabei lassen sie Körner in der Nähe der Jungvögel fallen und warten darauf, dass diese sie aufpicken. Bei den Beos deren bestand in der Natur abnimmt, hofft man auf Nachwuchs. Bei dieser Vogelart bindet sich ein Paar für ein Leben lang und sie sind recht wählerisch bei der Partnerwahl. Im Zolli hat es scheinbar geklappt. Die Vögel tragen Futter in die Bruthöhle was hoffentlich ein Zeichen für Nachwuchs ist. Dass die Beos und andere Vögel nicht frei herumfliegen hat mit ihrem eigenen Schutz zu tun, Beos zum Beispiel würden auch Nahrung aufnehmen, die nicht für sie bestimmt ist und sich so selbst gefährden.

Die Strausswachtelmutter mit einem Küken (c) Zoo Basel
Eine Schamdrossel mit Jungtier (c) Zoo Basel
Der Bailstar (c) P. Karger
Der Heuglin-Brillenvogel mit Jungtier (c) Zoo Basel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Königlanzstar mit seinem schönen farbigen Gefieder (c) P. Karger
Die Dolchstichtaube brütet gut sichtbar auf einem Ast im Vogelhaus (c) P. Karger
Anderer Ort andere Zeit Dolchstichtauben beim Nest (c) Zoo Basel
Der China-Rotschnabelbuelbuel (c) Zoo Basel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweimal Beos, schöner lauter Vogel I erstes Bild (c) P. Karger, zweites Bild (c) Zoo Basel

Einer der farbigsten im Vogelhaus, der Königsglanzstar (c) Zoo Basel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer sich an die frühen Jahre des Vogelhauses erinnert, weiss, dass sogar einmal die Menschenaffen dort untergebracht waren, das ist zum Glück aber lange her. Jetzt will der Zolli das Haus renovieren, die Volieren vergrössern und die Umgebung umgestalten. Neben einem Neubau zwischen Vogelhaus und Restaurant wird die vordere Voliere, wo jetzt die roten und weissen Ibisse sind, so vergrössert, dass sie für die Besucher begehbar wird. Das 20 Millionen Projekt umfasst auch eine Anlage für die Zwergotter und eine Vergrösserung der Pelikan-Anlage, dort hofft man dann auf Nachwuchs. Die Pläne, die noch vom, leider im Januar verstorbenen, Architekten Peter Stiner stammen sollen bestehen bleiben.

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Sensationelle Bilder eines Falmingos, der aus dem Ei schlüpft Medienmitteilung Zoo Basel 11.7.2019

27 Flamingos sind im Zoo Basel geschlüpft. Die kleinsten Jungen werden von den Eltern intensiv betreut und gefüttert, andere sind schon recht selbständig und gehen – wie es bei Flamingos üblich ist – tagsüber in den Kindergarten.

Erstmals konnte der Zoofotograf ein Junges dabei beobachten, wie es sich aus Eischalen puhlte: Als der erste Sprung in der Eischale sichtbar wurde, beugte sich die Flamingo-Mutter zum Ei und inspizierte es mit dem Schnabel. Dann setzte sie sich drauf und wippte hin und her. Als sie kurz aufstand, war das feuchte, graue Küken zu sehen, das sich aus dem Ei zwängte. Die Mutter begutachtete das Junge, setzte sich wieder und machte sich daran, das Nest zu renovieren. Mit dem Schnabel rollte sie Steinchen und Erdkügelchen heran und drapierte sie rund ums Nest.

Das Ei wird betreut (c) Zoo Basel
Das Jungtier ist zwischen den Füssen zu sehen (c) Zoo Basel
Eine Gruppe Jungtiere (c) Zoo Basel
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