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«Das war so schön, findest Du auch?» Gerade ist das Weihnachtssingen der Geller-Primarschule in der Gellertkirche vorbei. Die Kinder haben 12 verschiedene Lieder in 6 verschiedenen Sprachen vorgetragen, dirigiert von der Musiklehrerin Elisa Sarmentero. Neben einem professionellen Pianisten und einer Musiklehrerin haben einige Kinder zur musikalischen Begleitung beigetragen. Der Pfarrer der Kirche Dominik Reifler hat in einer kurzen Ansprache Eltern und Kindern auf das bevorstehende Weihnachtsfest angesprochen und die Kinder zu Toleranz und damit Frieden aufgerufen.

Die Dirigentin hat die 256 Kinder aus den 4.-6. Klassen der Primarschule sehr gut vorbereitet und alle haben direkt auf ihre klaren und eindeutigen Zeichen reagiert. So haben sich jeweils die Kinder, die nicht am Singen waren, auf den Boden gesetzt und auch die einstudierten Choreografien haben super geklappt.

Der Chor in AKtion – unscharf wegen dem Persönlichkeitsschutz der Kinder (c) P.Karger

 

Im folgenden Interview erklärt Elisa Sarmentero einiges zu ihrer Arbeit:

PK-Blog [PK]: Ist das Weihnachtssingen der Primarschule Gellert eine jährliche Veranstaltung?
Elisa Sarmentero [ES]: ja es ist eine jährliche Veranstaltung, mit langer Tradition wobei ich zum erten Mal die Leitung übernommen habe.

PK: Singen die Kinder freiwillig im Weihnachtssingen oder gehört das zum Unterricht?
ES: Das Weihnachtssingen ist fester Bestandteil des Jahresprogramms der Schule. Alle Kinder singen hier mit.

PK: Es haben Kinder der 4 – 6 Klassen der Pirmarschule Gellert gesungen, das heisst sie sind zwischen 9 und 12 Jahren alt, in dem Alter ist die Spanne der Entwicklung ja recht gross, Wie hat das in der Praxis funktioniert?
ES: es hat eigentlich sehr gut funktioniert. Ich denke die Freude an einem gemeinsamen grossen Auftritt hat sehr geholfen.

PK: Wie oft und seit wann haben Sie mit den Kindern für dieses Singen geübt
ES: ich habe bereits im September die Lieder zusammengestellt und ein Organisationkomitee zusammengerufen. Mit den Kindern habe ich nach den Herbstferien mit dem Einstudieren der Lieder begonnen. Die Klassenlehrpersonen haben mich sehr beim Einüben der Texte und auch der Lieder unterstützt.

PK: Wie kam die Liderliste zusammen
ES: die Auswahl kommt von mir, wobei ich auf Vielfalt geachtet habe und auch das mehrere Sprachen zum Zuge kommen. Auch Vorschläge der Lehrpersonen habe ich gerne berücksichtigt.

PK: Wie ist die Unterstützung der Eltern bei Projekten wie dem Weihnachtssingen
ES: Der Elternrat ist generell interessiert an einer Teilnahme.  Einmal haben sie z.B. die SchülerInnen mit einem Lied überrascht, ein anderes Mal hatten sie nach dem Konzert für die Kinder etwas zu Essen vorbereitet.

PK: Inzwischen gibt es ja unzählige Singwettbewerbe bei diversen Fernsehstationen, die sicher oft von Musikinteressierten Kindern geschaut werden. Merken Sie beim Unterricht und der Vorbereitung auf das öffentliche Singen davon etwas?
ES: ich denke schon, dass viele Kinder solche Sendungen mitverfolgen. Ich kann hier gut Brücken schlagen indem ich ihnen ein Video zeige, bei dem ein Chor während einer Talentshow eine tolle Version von „This little light“ zum Besten gegeben hat. Das kann dann unheimlich motivieren. Wenn so das Interesse der Kinder geweckt wird, weil es mit ihrer Erlebniswelt zu tun hat ist das ja nur positiv für uns Musiklehrerinnen

PK: Sängerinnen und Sänger sind die grossen Stars der Welt und damit sicher auch Traumberuf vieler Jungen Leute. Was hat das für Auswirkungen auf den Musikunterricht
ES: bei den einen oder anderen Kindern merkt man schon, dass sie Stars ihrem Alter entsprechend bewundern und je nachdem auch nacheifern. Auffällig ist die Kurzlebigkeit: Ein Star oder ein Lied ist drei Monate der Hit, danach spricht niemand mehr davon. Auf der anderen Seite sehe ich auch eine grosse emotionale Verbundenheit mit Weihnachtsliedern die sie seit der ersten Klasse jedes Jahr im Schulhaus singen.

PK: Modern sind Techno und Rapp. Wie gehen die Kinder mit eher traditioneller Weihnachtmusik um?
ES: erstaunlicherweise scheint beim Weihnachtssingen die moderne Musik nicht so im Vordergrund zu stehen. Ich habe jedenfalls keine Wünsche in diese Richtung von den Kindern gehört. Ich versuche aber doch, mit dem einen oder anderen peppigen Weihnachtslied wie z.B.  „Feliz navidad“ dem Alter der SchülerInnen zu entsprechen. Auch durch das Mitwirken von einem Instrumentarium oder durch kleine Sologruppen kann ich hier die Motivation und das Engagement der Kinder wecken.

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