Titelbild: Benga mit ihrem Jungen Qisenge (c) Zoo Basel

 

 

Ein Nutria bei der Nahrungsaufnahme (c) P. Karger
(c) Zoo Basel

Umzug:  Der Wohnungsleerstand im Zolli ist nie sehr hoch, wenn einmal Gehege leer steht, dann dauert es nicht lange, bis dieses wieder bewohnt ist. So ist es auch beim leerstehenden Wolfsgehege. Gerade mussten die letzten beiden Wölfe eingeschläfert werden – sie waren weit älter (beide 14 Jahre alt und im Zolli geboren) als ein Wolf in normaler Wildbahn (ca. 8 Jahre) wird. Jetzt wird, wie meistens, bei leerstehenden Wohnungen renoviert und einwenig umgebaut. Die neuen Bewohner haben etwas andere Bedürfnisse als die Wölfe. Sie schwimmen gerne und sind auch kleiner, also muss das Gehege feinmaschiger eingezäunt werden als bisher. Die neuen Bewohner sind die Nutria. Es trifft sich gut, denn die Nutria müssen ihr altes Gehege zwischen Affenhaus und Restaurant bald einmal verlassen, ihr altes wird Zuhause im Zusammenhang mit dem Neubau des Vogelhauses verschwinden. Die Nutria sind ein Publikumsmagnet und so will der Zolli sie nicht einfach aus der Ausstellung nehmen. Es kommt also alles zusammen, die Südamerikanischen Biberraten (Nutria) bekommen ein neues, grösseres Gehege, wo sie auch besser schwimmen können, gleichzeitig kann die Gruppe von den Besuchern noch besser beobachtet werden.

 

Die drei Somali-Wildesel-Stuten, ganz recht die ’neue‘ Mwana (c) P. Karger

Zuzug:
Manch eine Besucherin und manch ein Besucher denken sich, wenn sie vor der Anlage stehen „es sind ja nur Esel“! Dabei lohnt es sich die Somali-Wildesel genau anzuschauen! Diese Wildeselart ist eine der der bedrohtesten Säugetierarten auf unserer Erde. Vom Menschen gejagt und verdrängt leben einige wenige Tiere heute nur noch in Äthiopien und Eritrea. Früher waren sie über den ganzen afrikanischen Kontinent verteilt. Heute schätzt man, dass noch weniger als 300 Tiere in der Wildnis leben. Der Zolli unterstützt deshalb auch Projekte in Eritrea deren Ziel es ist, diese seltenen Esel zu erforschen und Schutzgebiete, die wirklichen Schutz bedeuten zu etablieren. Zum Glück wurde die Eselart schon recht früh in Zoos gehalten. Es gibt Belege, dass erste Tiere bereits 1882 im Hamburger Tierpark Hagenbeck ausgestellt wurden. Zurzeit gibt es weltweit 286 Tiere in 57 Zoos und Institutionen. Das spezielle daran je nach Zählung gibt es bereits mehr Tiere in Zoos als in der Wildbahn. Der Basler Zolli spielt bei der Erhaltung dieser Tierart eine besondere Rolle, er führt das sogenannte Zuchtbuch für die Europäischen Somali-Wildesel. Hier wird bestimmt, welcher Hengst mit welchen Stuten züchten soll. Dies alles mit dem Ziel, die genetische Vielfalt so gross wie möglich zu gestalten. Das ist aber gar nicht so einfach, weil vermutlicherweise alle in Zoos lebende Tiere auf nur 17 Wildfänge zurück gehen. Genau weiss man es noch nicht. Nur die Genanalyse aller Tiere könnte Klarheit schaffen, aber das ist im Moment einfach zu teuer. So wird nach bestem Wissen gezüchtet. Dass die Zoopopulation für diese fast schon ausgestorbenen Esleart wichtig ist, sieht man an Beispiel der Przewalski-Pferde. Einst in der Wildnis ausgestorben, wurden ab 1990 einige der Urpferde in der Mongolei ausgewildert. Seither vermehren sie sich stetig. Sollten also die wenigen Somali-Wildesel in der Wildnis nicht überleben, könnten, sobald sich die Umstände in den Ursprungsländern verbessert haben, Tiere aus den Zoos ausgewildert werden und so zur Biodiversität beitragen.
In Basel ist jetzt die zweijährige Stute Mwana neu zur Herde gekommen. Nach einer kurzen Quarantäne durfte sie auf die Anlage und hat sich sofort mit den anderen zwei Stuten vertragen. In den nächsten Tagen wird auch der Hengst zur Gruppe gelassen und dann erhofft sich der Zolli schnell Nachwuchs.
Wenn Sie also das nächste Mal vor dem Gehege stehen, dann denken Sie vielleicht daran, was für ein seltenes Tier da vor Ihnen steht.

 

Ein Klippschliefer-Junges auf Entdeckungstour (c) P. Karger
Die Klippschliefer-Familie (c) Zoo Basel

Nachwuchs
Wegen den Klippschliefern bleiben die Menschen im Etoscha Haus kaum stehen, da fallen die Rosenköpfchen (Papageien) oder die  Seidelweber, die Vögel, die das grosse Nest in der Anlage bauen schon mehr auf. Wer aber etwas stehen bleibt und die Klippschliefer beobachtet sieht Erstaunliches. Die Tiere haben vorne drei und hinten vier Zehen. Ihre Füsse haben spezielle Lamellen, damit haften diese sehr gut und ermöglichen es dem flinken Tier schnell auf Bäume und Anderes zu klettern. So können Sie sich vor ihren Hauptfeinden, den Greifvögeln retten. Sie sind reine Pflanzenfresser und gehen in der Gruppe auf Nahrungssuche.
Nach über 16 Jahren hat die Gruppe jetzt erstmals wieder Nachwuchs. Zuvor wurde die Gruppe neu zusammengestellt und dann hat es geklappt. Allerdings mussten die Pfleger fast acht Monate warten. Die Tragezeit bei den putzigen Tieren beträgt nämlich zwischen sieben und acht Monaten, was für die Körpergrösse der Mutter enorm lange ist. Zum Vergleich bei Hunden beträgt die Tragezeit zwischen zwei und drei Monaten. Die Klippschiefer Weibchen einer Gruppe, gebären ihre Jungen immer fast zur gleichen Zeit, so ist ein gewisser Schutz für die Jungen gewährleistet. Die Jungen sind zwar mit ca. 200 Gramm recht klein, aber sie sind sehr weit entwickelt und behaart, Sehr kurz nach der Geburt rennen sie schon herum und ahmen die Erwachsenen Tiere nach. Es lohnt sich also beim nächsten Zollibesuch ins Etoscha-Haus zu gehen und etwas Zeit bei den Klippschliefern zu verbringen.

Schon früh nimmt Benga ihr junges mit in luftige Höhen (c) Zoo Basel

Nachwuchs bei den Schimpansen
Der Zolli meldet, dass die Schimpansin Benga am 13. August ein weibliches Junges geboren hat. Benga ist eine erfahrene Mutter und kümmert sich fürsorglich um die kleine Qisenge. Die Geburt verlief problemlos und dauerte –wie es bei Schimpansen die Regel ist – nur wenige Minuten. Das Junge hat den Namen Qisenge erhalten. Jedes Jahr wechselt der Anfangsbuchstabe der Jungtiernamen im Zoo Basel. Dieses Jahr ist das – für die Namensgebung herausfordernde – Q-Jahr. Qisenge ist Bengas (40 Jahre alt) siebtes Junge. Ihre ältere Schwester Lazima (5) lebt ebenfalls im Zoo Basel. Mit der Geburt ihrer Schwester macht Lazima zwei der wichtigsten Erfahrungen im Leben eines Schimpansen:  Sie muss von ihrer Mutter unabhängig werden, lernt aber von ihr, wie Junge umsorgt und aufgezogen werden.  Diese Lebensschule wird ihr helfen, wenn sie später selber Nachwuchs hat.
Auch Garissa (10), Lazimas ältere Schwester, bekam von ihrer Mutter Anschauungsunterricht. Sie ist seit einem Jahr selbst Mutter. Vom ersten Tag an kümmerte sie sich so vorbildlich um Ponima (1), wie sie es von ihrer Mutter gelernt hat.
Im Zoo Basel leben Westliche Schimpansen „Pan troglodytes verus“, welche in West-Afrika vorkommen und von der IUCN als CR (vom Aussterben bedroht) eingestuft werden. Lebensraumverlust und Jagd sind ihre grössten Probleme.

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