Nur schön für Liebhaber von Sichtbeton

Im Grossen Ganzen ist die Ausdohlung des Birsigs beendet! Dies schreibt Daniel Hofer, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit Bau- und Verkehrsdepartement [BVD] des Kantons Basel-Stadt. Knapp vor dem Jahreswechsel ist die Muniumattbrücke, die eigentlich einfach Birsigstrasse heisst wieder für den Verkehr offen. Durch das leichte neue Schutzgitter auf beiden Seiten, die Totalsanierung der Beläge und die neu geteerten Flächen hat der Betrachter das Gefühl, dass die Brücke breiter geworden ist. Das ist aber dann leider alles an Positivem was zum Abschluss dieses ewigen Umbaus zu schreiben ist.

Viel Teer anstatt Grün erleichtert die Pfleg

Unter dem Deckmäntelchen des Hochwasserschutzes wurde die Birsig vom Zolli weg, in ein enges Korsett gesteckt und damit es nicht ganz so schlimm aussieht hat man ein paar Steine und etwas Kies ins Flussbett gelegt. Das nennt man dann Renaturierung! Als vor fast fünfhundert Jahren (1529 und 1530) die Birsig zum letzten Mal über die Ufer kam gab es noch keinen Zolli, der den Fluss in vielen Gabelungen im ganzen Tal verteilt und sie floss offen durch die Stadt. Es ist also eine sehr unwahrscheinliche Rechnung, dass der Fluss je wieder so hoch über die Ufer kommt. Grosses Treibgut wird bereits im Zolli abgefangen und auch wenn der Fluss viel Wasser hat, verteilt sich dieses doch sehr gut bevor es in die Stadt fliesse.  Trotzdem wurde die Sanierung auf ein Hochwasser HQ300 (ein Hochwasser, dass alle 300 Jahre vorkommen kann) ausgelegt. Es beschleicht einem die Vermutung, dass der Hauptzweck dieser letzten Öffnung eher dem vernichten von Parkplätzen diente, als einer Verschönerung unserer Stadt. Natürlich wurde auch dieser letzte Teil, mit dem Geld aus dem Mehrwertabgabefonds gebaut. Das wird auch die Antwort sein, warum man diese Öffnung unbedingt vor dem Entscheid zum Ozeanien, dass über der hohen weissen Mauer im südöstlichen Teil zu stehen kommt, bauen musste. Alleine um diese Mauer zu stützen wurden unzählige, lange Erdanker in den Boden getrieben. Dies im Wissen, dass diese teuren Bauteile gar nicht mehr notwendig sein werden, weil die Stützmauer dann direkt am Ozeanien befestigt wird. Ob und wie stark die Entfernung dieser Erdanker den Ozeanienbau verteuern ist noch nicht bekannt. Klar ist, dass sich auch die neugestaltete Anlage bei der Schienenschlaufe nur für eine kurze Zeit so präsentieren wird, genau dort kommt das Ozeanium zu stehen. Leider wurde hier sehr viel Teer verbaut anstatt die Grünrabatten zu vergrössern, aber so ist der Unterhalt, der eben nicht durch den Mehrwertabgabefonds beglichen werden kann, sehr viel billiger. Wie schon bei der vorherigen Sanierung des Nachtigallenwäldelis mit den zusätzlichen drei völlig unnötigen Brücken ist auch bei dieser letzten Öffnung zu sagen, dass es sehr viel gescheiter gewesen wäre den Bau des Ozeaniums und die damit verbundene Sanierung der Heuwaage insgesamt abzuwarten. Wenn das Ozeanien kommt – was Basel mehr als zu wünschen ist – sollte das Nachtigallenwäldeli dem Zolli als Verbindungsweg zugeschlagen und dadurch hoffentlich endlich belebt werden. Denn auch im zweiten Sommer wurde dieser teure Umbau nur selten von wenigen Besucherinnen und Besuchern frequentiert. Die gute Nachricht; laut Herrn Hofer ist das Budget auch für diesen letzten Umbauteil eingehalten worden. Ob mit diesen 11,2 Millionen Franken (Vom Betrag ausgeschlossen ist der Hochwasserschutz) nicht sehr viel Gescheiteres hätte gemacht werden können darf gerne hinterfragt werden. Leider ist der Zweck des Mehrwertabgabefonds immer noch nicht geändert und so darf das Geld nur zur „Schaffung neuer oder der Aufwertung bestehender öffentlicher Grünräume“ eingesetzt werden. Was das genau heisst sieht man zum Beispiel bei den vielen Brücken über den Birsig oder eben auch bei den völlig übertriebenen Sanierungen der Stadtgärtnerei, wie bei der Ökolampad-Matte usw.

Durchgehend eingesperrt das Flussbett der Birsig

Artikel zum Thema: in der Gundeldingerzeitung vom April 2018

Artikel zum Thema: in der Gundeldingerzeitung vom Juni 2017[/caption]

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