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29.8.2018, 15.45Uhr ich stehe an der Ecke Allschwilerstrasse – Colmarerstrasse. In ein paar Minuten wird der neue Spielplatz und die umgebaute Matte offiziell eröffnet. Mit meinem Block und dem Fotoapparat in den Händen erkennt man mich scheinbar als Journalist und so komme ich mit Anwohnern schnell auf die Umbauten zu sprechen. Ein Vater von fünf Kindern betont, dass die Matte und die Umzäumung des ganzen Platzes wirklich gelungen sind. Ihm gefällt das grosse Grass-Geviert und die damit verbundenen freien Spielmöglichkeiten für seine Kinder. Dass der grosse Brunnen belassen wurde gefällt einer Mutter und sie freut sich schon für- und mit ihren Kindern auf den nächsten Sommer. Dass es jetzt eine Spiel-Fahrzeugausleihe gibt ist sehr positiv aufgenommen worden.

Der Park von der Ecke Allschwiler-, Colmarerstrasse her gesehen        (c) P. Karger

Dann aber kommen die Anwohner auf die Punkte zu sprechen, die sie stören. Da ist erst einmal die Ecke mit den Steinen vom Bergsturz in Bondo. Die Eltern wundern sich, dass es bei all den Sicherheitsanforderungen für Spielplätze möglich ist so grosse Steine hinzustellen und den Kindern das erklettern diese Steine sogar noch zu vereinfachen. Klettergerüsten und anderen Spielmöglichkeiten müssen per Gesetz besonders geschützt werden, hier soll zum Beispiel plötzlich ein einfacher Kieselsteinboden genügen um Stürze abzufedern. Ein Vater ist überzeugt, dass die Zwischenräume der Steine sehr bald als Pissoir genutzt werden und fragt sich, wie dann jeweils am nächsten Tag gereinigt wird damit die Kinder dort spielen können. Eine Mutter fragt mich, ob diese Steinwüste vom gleichen Architekten geplant ist, der auch die Elefantenanlage im Zolli gezeichnet hat! Ein anderes grosses Ärgernis für viele ist der Kiosk, der von der Robby Spielaktion betrieben wird. Gleich zwei Eltern verstehen nicht, wie es sein kann das an diesem Kiosk Süssigkeiten und anderes Ungesundes angeboten wird. Sie hätten jetzt schon Schwierigkeiten ihren Kindern, denen sie jeweils einen Apfel oder so mitgeben zu erklären, warum sie nicht eine Schokolade kaufen dürfen. Wie es herauskommt, wenn bei einem solchen Projekt keine Begleitgruppe von Anwohnern mitwirkt zeigt sich jetzt schon. Bereits ist ein erster Antrag auf politischem Weg plaziert. Die Bevölkerung wünscht sich Schaukeln für die kleinen Kinder. Es wird sicher noch zu mehr solchen Wünschen kommen und Regierungsrat Wessels ist in seiner Rede bereits darauf eingegangen. Er sagte, dass sich die ganze Anlage noch in Entwicklung befindet und weitere Änderungen möglich seien. In weiteren Gesprächen erfahre ich, dass der Pavillon falsch rumsteht, 90° gedreht würde er sich besser machen auf dem Platz. Ein anderer Anwohner fragt sich warum der grosse Steinspielplatz direkt an der Strasse plaziert wurde, genau da wo es für Kinder am gefährlichsten ist. Von anderer Seite höre ich, dass es am einzigen Platz an dem am Abend noch die Sonne scheint keine Sitzgelegenheit hat. Allgemein befürchten viele Anwohner, dass der Platz abends von Jugendlichen belegt werden wird, die nicht sehr ruhig sein werden. Zusätzlich fehle der Basketballkorb der für viele ältere Jugendliche wichtig war und man beobachtet, dass diese Jugendlichen jetzt abgewandert sind. Es sei kein Quartierplatz mehr und das Sozialgefüge. Das Quartier könne sich hier nicht mehr abbilden.

Viel überlegt Klinker bei Gitter zur Strasse.    (c) P. Karger

Auch nach den diversen Ansprachen ist die Anwohnerschaft noch nicht zufriedengestellt. Man hofft jetzt auf eine Weiterentwicklung der ganzen Anlage und behält sich weitere Schritte vor. Es bestätigt sich eben wieder einmal, dass eine Mitwirkung geplant sein muss und die Behörden bereit sein müssen die Bedenken und die Vorschläge der Bevölkerung ernst zu nehmen und wo möglich umzusetzen.

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