{"id":724,"date":"2019-04-11T14:26:13","date_gmt":"2019-04-11T14:26:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/?p=724"},"modified":"2019-04-11T14:27:30","modified_gmt":"2019-04-11T14:27:30","slug":"wer-miss-braucht-hier-wen-die-sbb-basel-und-die-schweiz-oder-umgekehrt-zur-eroeffnung-des-smart-city-labs-der-sbb-auf-dem-wolf-areal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/?p=724","title":{"rendered":"Wer (miss) braucht hier wen? Die SBB, Basel und die Schweiz oder umgekehrt? <em><span style=\"font-size: 12pt;\">Zur Er\u00f6ffnung des \u00abSmart City Labs\u00bb der SBB auf dem Wolf-Areal<\/span><\/em>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"wp-content\/uploads\/2019\/04\/Plakat.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-726\" src=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Plakat-300x142.jpg\" alt=\"\" width=\"125\" height=\"59\" srcset=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Plakat-300x142.jpg 300w, http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Plakat-768x363.jpg 768w, http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Plakat-1024x484.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 125px) 100vw, 125px\" \/> \u00a0<\/a><a href=\"wp-content\/uploads\/2019\/04\/Plakat.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Titelbild: \u00a0<\/span><\/span><span style=\"font-size: 10pt;\">Das Plakat zum Smart City Lab<\/span><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit vielen \u00abkann\u00bb, \u00abm\u00fcsste\u00bb, \u00absollte\u00bb usw. haben am 10.4.2019 Regierungspr\u00e4sidentin Elisabeth Ackermann, der Pr\u00e4sident der Konferenz der Kantonsregierungen Benedikt W\u00fcrth und SBB CEO Andreas Meyer das sogenannte \u00abSmart City Lab\u00bb auf dem Wolf Areal er\u00f6ffnet. Als erstes wurden die geladenen G\u00e4ste, Partnerinnen und Partner und die Journalisten weit \u00fcber 20 Minuten warten gelassen, dann gab es eine Grussbotschaft der Basler Regierung \u00fcberbracht durch Regierungsr\u00e4tin Ackermann. Es hat genau ein Jahr gedauert, bis aus der Unterzeichnung, damals im Rathaus, der Planungsvereinbarung nun zur Er\u00f6ffnung dieser Institution geschritten werden konnte. Wobei das gezeigte eher entt\u00e4uschend ist aber dazu sp\u00e4ter im Artikel. Man wolle ein gemeinsames St\u00fcck Zukunft f\u00fcr Basel schaffen. Eine smarte Stadt setze moderne, digitale Anwendungen f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t der Menschen ein. Man wolle weiterhin der baslerischen, humanistischen Tradition folgen und den Menschen ins Zentrum der Entwicklung stellen, das heisst, gutes Leben und gute Lebensqualit\u00e4t. Dazu geh\u00f6ren Ressourcenschonung, Weltoffenheit und soziale Zukunftsorientiertheit. Man sei auf einem guten Weg f\u00fcr die Zukunft. Basel m\u00fcsse sich auch den aktuellen Herausforderungen stellen und die Regierung sei sich den Chancen aber auch den Risiken bewusst. Mit diesem Smart City Lab Basel g\u00e4be es jetzt einen Ort f\u00fcr solche Entwicklungen und Innovationen. Sie sei froh \u00fcber die Zusammenarbeit mit der SBB. Der G\u00fcterverkehr und die Mobilit\u00e4t seien grosse Herausforderungen f\u00fcr die heutigen St\u00e4dte. Durch den starken Bev\u00f6lkerungszuwachs in Basel, steige auch der Pendlerverkehr. Der G\u00fcterverkehr sei wegen der Zunahme des Onlinehandels im stetigen Wachstum. Darum w\u00e4re der ehemalige G\u00fcterbahnhof Wolf ideal f\u00fcr den Standort des Labs. Bereits seien einige Partner vor Ort. Dann lobte Frau Ackermann noch die Zusammenarbeit mit der SBB. Neben vielen Plattit\u00fcden blieb sie viele Antworten schuldig; zum Beispiel, was wird besser an der Lebensqualit\u00e4t der Menschen, wer sind die Partner (warum kommen die nicht zu Wort), was kostet das Lab die Stadt usw. Ganz vergessen hat sie zu erw\u00e4hnen, dass es das Lab nur bis 2024 geben wird, da danach an diesem Ort ein neues Quartier entstehen soll, es handelt sich also um eine Zwischennutzung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_727\" aria-describedby=\"caption-attachment-727\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"wp-content\/uploads\/2019\/04\/Begruessung.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-727 size-medium\" src=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Begruessung.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"137\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-727\" class=\"wp-caption-text\">Von Rechts Andreas Meyer, Elsiabeth Ackermann, Benedikt W\u00fcrth (c) P. Karger<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Benedikt W\u00fcrth hat das Smart City Lab als Leuchtturm bezeichnet, der von Basel aus in die ganze Schweiz ausstrahlen muss. Dann lobhudelte er die SBB f\u00fcr Ihr Engagement. Er sprach sich f\u00fcr eine Vereinheitlichung der Digitalisierung in der ganzen Schweiz aus und meinte damit die Aufhebung der Selbstst\u00e4ndigkeit (also des F\u00f6deralismus) der Kantone. Zumindest im elektronischen, digitalen Einsatz der Mittel sei dies unbedingt n\u00f6tig. Seine zweite Aussage ist eher exotisch: der Reichtum der Schweiz behindere die Digitalisierung, Estland sei zum Vorzeigeland der Digitalisierung geworden, weil sie Arm seien und darum die billigen digitalen (er bezeichnete sie als intelligente) L\u00f6sungen suchen mussten. Darum m\u00fcsse der Bund jetzt koordinieren und die Prozesse steuern und vereinheitlichen \u2013 meinte er mit Bund etwa die SBB? Innovation sei es immer dann, wenn der Markt &#8218;Hurra&#8216; br\u00fclle, was f\u00fcr eine Aussage! Der Markt der Zukunft sei eben vernetzt und verflochten und darum brauche es solche Labs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt; color: #808080;\">Ganz Allgemein frage ich mich, wie die industrielle Revolution ausge<\/span><span style=\"font-size: 14pt; color: #808080;\">gangen w\u00e4re, wenn bereits am Anfang alles geplant und alle nach Normen verlangt h\u00e4tten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Meyer bedankte sich f\u00fcr die Unterst\u00fctzung aller Beteiligten. Das Wolf Areal sei einzigartig in der Schweiz, weil es so gross ist und total neu entwickelt werden kann. Es sei pr\u00e4destiniert f\u00fcr eine Stadt in der Stadt. Es k\u00f6nnen leben, wohnen, arbeiten, Mobilit\u00e4t der Menschen und G\u00fcter also die ganze Citylogistik auf einem Areal geschaffen und ausprobiert werden. Genau hier liegt aber auch das Problem. Eine neu gebaute Stadt kann vielleicht am Reissbrett \u2013 auch digital \u2013 entwickelt werden, sie bleibt aber immer eine Art Ausstellung der M\u00f6glichkeiten und kann nie auf Orte angewandt werden, die \u00fcber viele Jahrhunderte entstanden sind. Beispiele wie schnelleres und effizienteres Bauen, gibt es schon und auch die SBB br\u00fcsten sich, den Umbau des Bahnhof SBB wegen der Digitalisierung schneller, g\u00fcnstiger und pr\u00e4ziser gestalten zu k\u00f6nnen. Geplant sei, wie es auf den Bildern schon gezeigt wird ein wohnen und arbeiten ohne T\u00fcren, alles ist offen. Auch das ist eine alte Idee, die erstens nichts mit der Digitalisierung zu tun hat und zweitens teilweise schon wieder \u00fcberholt ist, weil es viele Menschen gibt, die eben nicht so leben wollen. Auch Meyer geht nicht darauf ein was mit dem Lab wirklich geplant ist und bleibt vage was die SBB damit bezweckt. Wichtig ist auch f\u00fcr ihn eine Schweizweite Standardisierung und nat\u00fcrlich will die SBB den Standard mitbestimmen. Klar ist, dass die SBB, als der gr\u00f6sste Immobilienbesitzer der Schweiz, der gleichzeitig weitaus das weiteste Schienen-, Strom- und Kommunikations-Netz betreibt aus kommerziellen Gr\u00fcnden bei der nationalen Entwicklung an vorderster Front mitmischen will. Die Grossz\u00fcgigkeit gegen\u00fcber den Kantonen, ist sicher nicht auf ein gutes Herz der SBB-F\u00fchrungsetage zur\u00fcckzuf\u00fchren. Immerhin stehen die meisten Immobilien der SBB auf enteignetem Grund; was, wenn die Kantone oder ehemaligen Besitzer die Grundst\u00fccke, die die SBB nicht mehr braucht, zur\u00fcckverlangen? Was wenn Basel beschliesst auf dem Wolf und im St. Johann selber zu entwickeln und zu bauen? Mit Aktionen, wie der Gemeinsamen Entwicklung von Gebieten lullt die SBB die eigentlich immer noch ein Staatsbetrieb ist die Bev\u00f6lkerung und die Politik ein und profitiert weiter. Nicht nur beim Betrieb der vielen Im\u00a0mobilien, auch bei der Vereinheitlichung aller Netze profitiert vor allem die SBB. Auch bei der Flut von Daten, die bei vernetzten St\u00e4dten entstehen. sahnt an vorderster Front die SBB ab, dies hilft ihr bei der Werbung und auch die Konkurrenz kann so zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden. Die aufbereiteten Daten wird die SBB dann wieder an Bund, Kantone und andere Verkaufen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_727\" aria-describedby=\"caption-attachment-727\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-City-Lab-Plakat.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-727 size-medium\" src=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-City-Lab-Plakat-300x137.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"137\" srcset=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-City-Lab-Plakat-300x137.jpg 300w, http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-City-Lab-Plakat-768x351.jpg 768w, http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-City-Lab-Plakat-1024x468.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-727\" class=\"wp-caption-text\">So wurde vor Ort geworben (c) P. Karger<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Als endlich der rote Vorhang, der die ganze Zeit \u00fcber einem grossen Pavatex-Kubus lag, heruntergezogen wird, klatschen die Anwesenden verhalten. Zum Vorschein kommt ein Holzkubus der zweist\u00f6ckig ist und unten Nischen mit Arbeitspl\u00e4tzen und scheinbar einem Teil zum Relaxen enth\u00e4lt. Creators-Box nennt die SBB so ein Gebilde, diese Box soll zeigen wie es sp\u00e4ter in der Halle aussehen wird. Niemand erkl\u00e4rt was genau mit den Boxen geschehen soll. Sie sei vernetzt sagt der Gesamtprojektleiter der SBB, die Box k\u00f6nne wachsen und sich den Bed\u00fcrfnissen anpassen. Hinten k\u00f6nne man zum Beispiel an einem Laptop arbeiten, was f\u00fcr eine Innovation!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<figure id=\"attachment_725\" aria-describedby=\"caption-attachment-725\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"wp-content\/uploads\/2019\/04\/Wie-zuf\u00e4llig-hingestellt.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-725 size-medium\" src=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Wie-zuf\u00e4llig-hingestellt-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Wie-zuf\u00e4llig-hingestellt-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Wie-zuf\u00e4llig-hingestellt-768x576.jpg 768w, http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Wie-zuf\u00e4llig-hingestellt-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-725\" class=\"wp-caption-text\">Wie Zuf\u00e4llig hingestellt, direkt vor der Hall (c) P. Karger<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn ein Smart Lab sicher eine gute Hilfe ist f\u00fcr die Weiterentwicklung der Digitalen Schweiz, bleiben nach dieser Er\u00f6ffnung sehr viele Fragen \u00fcbrig. Gar nicht angesprochen wurde die Daten-Sicherheit. Was passiert wirklich mit den gesammelten Daten, wer verwaltet diese und wie werden die weitergegeben und eingesetzt. In keiner Weise innovativ und digital war die Pressemappe, diese ist gespickt mit Papier und der Projektbeschrieb der Areal\u00fcberbauung ist \u00fcber hundert Seiten dick und auf Papier gedruckt.<\/p>\n<p><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-\u2026-ein-Schlagwort.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-733 alignleft\" src=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-\u2026-ein-Schlagwort-1-300x265.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"265\" srcset=\"http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-\u2026-ein-Schlagwort-1-300x265.jpg 300w, http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-\u2026-ein-Schlagwort-1-768x678.jpg 768w, http:\/\/blog.philip-karger.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-\u2026-ein-Schlagwort-1.jpg 972w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Smart-\u2026-ein-Schlagwort.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrag in der Gundeldingerzeitung, April 2018\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Titelbild: \u00a0Das Plakat zum Smart City Lab Mit vielen \u00abkann\u00bb, \u00abm\u00fcsste\u00bb, \u00absollte\u00bb usw. haben am 10.4.2019 Regierungspr\u00e4sidentin Elisabeth Ackermann, der Pr\u00e4sident der Konferenz der Kantonsregierungen Benedikt W\u00fcrth und SBB CEO Andreas Meyer das sogenannte \u00abSmart City Lab\u00bb auf dem Wolf Areal er\u00f6ffnet. 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